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Der teuerste Einzelfall beim Zahnersatz

Implantat geplant: Eigenanteil, Festzuschuss und Versicherbarkeit prüfen

Beim Implantat klafft die größte Lücke zwischen dem, was die Kasse zahlt, und dem, was auf der Rechnung steht. Genau deshalb entscheidet hier der Zeitpunkt über sehr viel Geld.

Die Lücke, um die es geht

Ihre Krankenkasse zahlt den Festzuschuss für die Regelversorgung, bei einer Zahnlücke ist das meist eine Brücke, nicht das Implantat. Die Differenz zum Implantatpreis tragen Sie vollständig selbst. Ab 2027 wächst diese Differenz noch einmal.

Warum ausgerechnet das Implantat so teuer wird

Beim Zahnersatz zahlt die gesetzliche Krankenversicherung nicht anteilig Ihre Rechnung, sondern einen befundbezogenen Festzuschuss. Grundlage ist die Regelversorgung: die zweckmäßige Standardlösung für Ihren Befund. Entscheiden Sie sich für ein Implantat statt der Brücke, bleibt der Festzuschuss gleich, die Kosten steigen aber deutlich.

Dazu kommen Posten, die im ersten Gespräch oft nicht auf dem Tisch liegen: Knochenaufbau, Sinuslift, provisorische Versorgung während der Einheilzeit, die Implantatkrone selbst. Jeder davon kann vierstellig werden. Wenn Sie einen Heil- und Kostenplan haben, sehe ich mir diese Positionen einzeln an.

Was sich 2027 ändert

BonusheftFestzuschuss bisherAb 1.1.2027
Kein Nachweis60 %50 %
5 Jahre70 %60 %
10 Jahre75 %65 %

Jeweils bezogen auf die Regelversorgung, nicht auf den Implantatpreis. Was die Reform genau vorsieht. Wichtig: Ist Ihr Heil- und Kostenplan bis zum 31. Dezember 2026 bewilligt, gilt für Sie noch das bisherige Recht.

Der Zeitpunkt entscheidet über die Versicherbarkeit

Sobald das Implantat besprochen ist, ist es ausgeschlossen

Es genügt, dass Ihr Zahnarzt die Behandlung empfohlen und dokumentiert hat, ein Heil- und Kostenplan muss dafür nicht vorliegen. Für genau dieses Implantat leistet dann praktisch kein Tarif mehr. Was trotzdem noch geht.

Das klingt hart, hat aber eine nachvollziehbare Logik: Eine Versicherung deckt ungewisse künftige Ereignisse ab. Ein bereits geplantes Implantat ist keine Ungewissheit, sondern eine feststehende Rechnung.

Worauf es im Tarif ankommt

Wenn Sie noch versicherbar sind, entscheiden vier Punkte darüber, was am Ende wirklich erstattet wird, und nur der erste steht meist im Werbetext:

  • Erstattungshöhe beim Zahnersatz. Gute Tarife erreichen 90 bis 100 Prozent. Achten Sie darauf, worauf sich der Prozentsatz bezieht: auf die Gesamtrechnung oder auf den Betrag, der nach dem Kassenzuschuss offen bleibt. Beides wird mit derselben Zahl beworben und bedeutet Verschiedenes. Die Gesamterstattung aus Kassenzuschuss und Tarif ist zudem auf 100 Prozent der Rechnung gedeckelt.
  • Leistung ohne gesetzliche Vorleistung. Entscheidend, wenn rein privat abgerechnet wird.
  • Begrenzung der Implantatzahl. Manche Tarife zahlen nur für eine bestimmte Anzahl je Kiefer oder Versicherungsjahr.
  • Knochenaufbau mitversichert? Wird regelmäßig übersehen und ist einer der größten Einzelposten.

Dazu die Zahnstaffel: Auch ein Tarif mit 100 Prozent Erstattung deckelt in den ersten drei bis fünf Jahren den Gesamtbetrag. Bei einer Behandlung dieser Größenordnung ist das der Punkt, an dem sich Tarife wirklich unterscheiden. Wie Staffel und Wartezeit zusammenspielen.

In zwei Minuten

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Sie?

Vier kurze Fragen, dann wissen Sie, ob Ihnen noch die volle Tarifauswahl offensteht. Kein Tarifangebot, keine E-Mail-Abfrage, keine Weiterleitung.

1. Für wen soll die Versicherung sein?
2. Was hat der Zahnarzt bisher gesagt?
3. Fehlen Zähne, die nicht ersetzt sind?

Nicht mitzählen: Weisheitszähne, Milchzähne und alle Zähne, die durch Brücke, Implantat oder Prothese ersetzt sind.

4. Worum geht es vor allem?

Fragen zu: Implantat geplant

Zahlt die gesetzliche Krankenkasse etwas zum Implantat?

Sie zahlt den Festzuschuss für die Regelversorgung Ihres Befundes, also für die Standardlösung, die bei einer Zahnlücke meist eine Brücke ist, nicht das Implantat. Die Differenz zwischen diesem Festzuschuss und den tatsächlichen Implantatkosten tragen Sie selbst. Ab 1. Januar 2027 sinkt dieser Festzuschuss zusätzlich um zehn Prozentpunkte.

Was kostet ein Implantat ungefähr?

Die Spanne ist groß und hängt von Ausgangslage, Material, notwendigem Knochenaufbau und Region ab. Ein einzelnes Implantat mit Krone bewegt sich üblicherweise im Bereich mehrerer tausend Euro. Verlässlich wird es erst mit einem konkreten Heil- und Kostenplan Ihrer Praxis. Dann rechne ich mit Ihren echten Zahlen statt mit Durchschnittswerten.

Kann ich mich noch versichern, wenn das Implantat schon besprochen ist?

Für dieses Implantat in aller Regel nicht, sobald die Behandlung angeraten ist, ist sie bei praktisch allen Tarifen ausgeschlossen. Wenn Ihnen weitere Zähne fehlen oder absehbar Behandlungsbedarf besteht, kann ein Abschluss für den übrigen Bereich dennoch sinnvoll sein.

Wie hoch erstatten Zahnzusatztarife beim Implantat?

Gute Tarife erstatten bis zu 90 oder 100 Prozent des Rechnungsbetrags, teils auch ohne gesetzliche Vorleistung. Entscheidend sind drei Punkte: die Erstattungshöhe, ob es eine Begrenzung der Implantatzahl gibt und ob Knochenaufbau mitversichert ist. Letzteres wird häufig übersehen und ist ein erheblicher Kostenblock.

Was ist die Zahnstaffel und warum ist sie beim Implantat wichtig?

Eine Summenbegrenzung für die ersten Vertragsjahre, meist über drei bis fünf Jahre. Gerade beim Implantat, wo schnell mehrere tausend Euro anfallen, kann die Staffel die Erstattung erheblich deckeln, auch bei einem Tarif, der nominell 100 Prozent erstattet.

Eigenanteil mit Ihrem Plan durchrechnen

Schicken Sie mir Ihren Heil- und Kostenplan. Ich gehe die Positionen einzeln durch, Implantat, Krone, Knochenaufbau, und nenne Ihnen den Betrag, der nach dem Festzuschuss offen bleibt.

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