Kein Endpunkt, aber ein Wendepunkt
Zahnzusatzversicherung nach Ablehnung: Gründe prüfen, Optionen realistisch einordnen
Eine Ablehnung ist ärgerlich, aber selten das Ende. Gefährlich wird sie erst, wenn Sie danach wahllos weitere Anträge stellen, denn jede weitere Absage müssen Sie angeben.
Das Wichtigste zuerst: Nicht weiter streuen
Der häufigste Fehler nach einer Ablehnung ist, sofort bei drei anderen Versicherern zu beantragen. Jede zusätzliche Absage müssen Sie künftig angeben, und verschlechtert Ihre Position weiter. Erst den Grund klären, dann gezielt einen Antrag stellen.
Warum die Ablehnung Folgen für spätere Anträge hat
Die meisten Versicherer fragen im Antrag, ob ein früherer Antrag auf eine Zahnzusatz- oder Krankenzusatzversicherung abgelehnt, zurückgestellt oder nur mit Einschränkungen angenommen wurde. Diese Frage müssen Sie wahrheitsgemäß beantworten. Tun Sie es nicht, verletzen Sie Ihre vorvertragliche Anzeigepflicht, der Versicherer kann später vom Vertrag zurücktreten, im schlimmsten Fall im Leistungsfall nach Jahren der Beitragszahlung.
Ein verbreiteter Irrtum: Es gebe eine zentrale Datenbank, in der jede Ablehnung landet. Für die Zahnzusatzversicherung ist das so nicht der Fall. Versicherer erfahren von einer Ablehnung in erster Linie durch Ihre eigenen Angaben. Das macht die Sache nicht harmloser, es verlagert die Verantwortung nur zu Ihnen.
Die häufigsten Ablehnungsgründe
| Grund | Wie gut lässt sich damit weiterarbeiten? |
|---|---|
| Mehrere fehlende, nicht ersetzte Zähne | Häufig lösbar über Tarife mit anderen Annahmegrenzen oder über einen Ausschluss. Mehr dazu |
| Bereits angeratene Behandlung | Für diese Behandlung nicht mehr versicherbar, für alles Weitere schon. Mehr dazu |
| Parodontosebehandlung laufend oder kürzlich | Oft Wartefrist nach Abschluss der Behandlung; danach neue Chance |
| Mehrere sanierungsbedürftige Zähne | Nach abgeschlossener Sanierung sieht die Lage deutlich anders aus |
| Angaben unvollständig oder widersprüchlich | Rein formal, lässt sich mit korrektem Antrag meist ausräumen |
Drei Wege, die realistisch bleiben
- Ein Tarif mit anderen Annahmerichtlinien. Versicherer bewerten dieselbe Situation unterschiedlich. Was bei einem zur Ablehnung führt, ist bei einem anderen ein Ausschluss oder gar kein Thema.
- Aufnahme mit Leistungsausschluss. Der kritische Befund wird ausgenommen, alles Übrige ist versichert. Meist die praktikabelste Lösung.
- Warten und den Befund verändern. Nach abgeschlossener Sanierung oder Parodontosebehandlung beurteilen viele Versicherer die Lage neu. Das braucht Geduld, führt aber häufiger zum Ziel als der vierte Antrag im selben Monat.
Und wenn nichts davon geht? Dann sage ich Ihnen das. Es gibt Konstellationen, in denen eine Zahnzusatzversicherung nicht mehr sinnvoll abschließbar ist. In dem Fall ist die ehrliche Auskunft mehr wert als ein Vertrag, der genau Ihren Bedarf ausschließt.